#17

Ist es wirklich Wut?
Es macht den Anschein, im ersten Moment.
Es ist die erste Reaktion, das Alibi um mich mit dem wirklichen Gefühl nicht verletzbar zu machen. Wut beschützt mich, vor den Gefühlen, die mir wehtun, die ich eigentlich aussprechen müsste. Es sind Gefühle über die ich nicht sprechen will und vor allem nicht kann. Diese Gefühle sind entstanden durch Verletzungen, die bis heute nicht verheilt sind, vor denen ich mich schützen muss, die in meinem Kopf vergraben sind. Sie sind wie weißen Flecken auf einer Landkarte. Weißen Flecken, die mir gefährlich werden können. Weiße Flecken, die ich irgendwann erst entdecken werde.
Also nein, es ist keine Wut.. Es ist nur mein Schutzpanzer der brüllt, den ich ab und zu mal vergesse abzunehmen.

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#14

Und dann passiert es wieder und der Schmerz nimmt dich ein,
dein Kopf explodiert, jede Faser deines Körpers sticht.
Du suchst nach einem Ventil, denn es pumpt den Schmerz weiter in dich rein.

Es ist wie ein Schmerz der fortwährend zunimmt,
dessen Ursachen du nicht kennst.

Deine Gefühle sind wie eine Achterbahnfahrt, die nie endet, nie pausiert.
Nur manchmal bevor es nach weit oben oder nach ganz unten geht,
hält der Wagen kurz an.

Du kennst den Weg genau, doch du weißt nie,
ob grüne Wiesenfelder oder Glasscherben deine nackten Füße spüren.
Aber egal, was es ist, du musst da durch.

..und am Ende stärkt dich jedes Lächeln
und jede Narbe für den nächsten Tag auf deinem Weg.

#13

Wir haben doch nur ein Leben.

Wir gehen zur Schule,
doch lernen nur Mathe.
Wir machen es anderen Recht,
doch bekommen nur Geld.
Wir sind für andere da,
doch existieren nur.
Wir verletzen uns selbst,
aber wollen nur Schutz.
Wir lieben fast jeden,
doch niemals bloß uns.
Wir vergessen uns selbst
und gehen kaputt..

Aber wir haben doch nur dieses eine Leben!

#10

Du bist der fette Eisberg,
der meine Titanicschale zum brechen bringt.

Du bist meine Achillesferse,
die mich in die Knie zwingt.

Du bist meine Gummizelle,
die mich nachts beschützt.

Du bist mein Kampfgeist,
der meine Ängste bezwingt.

Du bist meine Schlucht,
die mich zum Boden der Tatsachen bringt.

Du bist meine Person,
die mich in- und auswendig kennt.

#5

Wo bist du denn nur?
Wo hat es dich hingetrieben?
Haben dich meine Gedanken oder gar meine Angst vertrieben?

Du hättest mich doch anbrüllen können, um deinen Willen durchzusetzen.
Du hättest mich doch um mehr Platz bitten können.
Du hättest mir doch sagen können, was dich dazu bringt,
dich mehr und mehr zu verstecken.
Wo bist du denn nur?

Ich bin jetzt bereit für dich.
Bereit um in die Schlacht zu ziehen.
Bereit trotz vergangener Niederlagen, jeden bevorstehenden Kampf auszutragen.
Bereit dafür, unsere Freiheit im Sturm zu erobern.

Also sag mir Mut: Wo bist du denn nur?