#15

So viel hatte mir das kurze ‚wir‘ gegeben
und so wenig ist davon geblieben.
Deine Lippen formten plötzlich ein ‚geh jetzt!‘,
doch deine Augen sprachen ein ‚Bleib genau hier!‘.
Mein Kopf glaubte deinen Lippen,
doch an deinen Augen hing‘ mein Herz.

Und ich dachte, dass ich das alles von dir brauch‘,
dass ich das alles von dir will
und ich ohne dich nicht kann.
Doch mein Kopf überzeugte mein  Herz,
dass man nicht ewig warten kann..

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#14

Und dann passiert es wieder und der Schmerz nimmt dich ein,
dein Kopf explodiert, jede Faser deines Körpers sticht.
Du suchst nach einem Ventil, denn es pumpt den Schmerz weiter in dich rein.

Es ist wie ein Schmerz der fortwährend zunimmt,
dessen Ursachen du nicht kennst.

Deine Gefühle sind wie eine Achterbahnfahrt, die nie endet, nie pausiert.
Nur manchmal bevor es nach weit oben oder nach ganz unten geht,
hält der Wagen kurz an.

Du kennst den Weg genau, doch du weißt nie,
ob grüne Wiesenfelder oder Glasscherben deine nackten Füße spüren.
Aber egal, was es ist, du musst da durch.

..und am Ende stärkt dich jedes Lächeln
und jede Narbe für den nächsten Tag auf deinem Weg.

#13

Wir haben doch nur ein Leben.

Wir gehen zur Schule,
doch lernen nur Mathe.
Wir machen es anderen Recht,
doch bekommen nur Geld.
Wir sind für andere da,
doch existieren nur.
Wir verletzen uns selbst,
aber wollen nur Schutz.
Wir lieben fast jeden,
doch niemals bloß uns.
Wir vergessen uns selbst
und gehen kaputt..

Aber wir haben doch nur dieses eine Leben!

#11

Ich wünschte ich wäre
ein Blatt im Wind,
eine Wolke im Himmel,
oder ein Delfin im Ozean.

Ich wünschte ich wäre
eine Landstreicherin,
auf einer einsamen Insel
oder eine Löwin.

Ich wünschte ich wäre
ein bisschen mehr ich,
ein bisschen weniger ich
oder ein bisschen ganz anders.

Ich wünschte ich wäre
zufrieden,
frei
oder vielleicht einfach nur ich.

#10

Du bist der fette Eisberg,
der meine Titanicschale zum brechen bringt.

Du bist meine Achillesferse,
die mich in die Knie zwingt.

Du bist meine Gummizelle,
die mich nachts beschützt.

Du bist mein Kampfgeist,
der meine Ängste bezwingt.

Du bist meine Schlucht,
die mich zum Boden der Tatsachen bringt.

Du bist meine Person,
die mich in- und auswendig kennt.

#9

Wo bin ich zuhause?
Das frage ich mich schon sehr lang.
Ich hab gesucht, gewartet
– nix gefunden, nix gesehen.

Dachte ich.

Dann sah ich es,
betrachtete diese kleine verletzte Mädchen,
diese wütende pubertierende Halbfrau,
diese Frau mit diesem ziellosen Blick
in ihren braunen Augen.

Sie waren alle unterschiedlich
und doch so gleich.
Die gleichen Narben,
die gleichen Gefühle,
die gleiche Geschichte.

Ich ging auf sie alle zu,
reichte ihnen allen die Hand,
doch das einzige, was ich fühlte,
war der Spiegel an meiner Hand.

Mein Zuhause bin ich,
mit all meinem Schmerz,
mit all dieser Zeit,
in jeder Zelle meines Körpers.